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hungrig (2012)

Ein Roman über die Generation der Mitte-Ende Zwanzigjährigen, die in wirtschaftlich und emotional prekärer Situation versuchen, ihren eigenen respektablen Weg zu finden.

Eine junge Frau wehrt sich gegen die Ansprüche, die von allen Seiten auf ihren Geist, ihren Körper zugreifen. Gegen eine irrwitzige Medienwelt, die jede Sekunde eine Antwort haben will. Gegen eine Arbeitswelt, die totalen Einsatz fordert, aber nichts dafür bezahlen will. Gegen ihre Mutter, deren Anforderungen sie nicht gerecht wird und um deren Liebe sie kämpft. Gegen die Lust ihres Körpers, die sie in Räusche und sexuelle Nicht-Abenteuer treibt und sie mit immer gleichen Enttäuschungen konfrontiert. Und: gegen die eigenen und zugleich vorgeformten Wunschvorstellungen von einem gelungenen, intensiven, freien Leben. In dem endlich einmal etwas vollständig gelingen oder zumindest vollständig geschafft werden soll. Und sie sich zu einer Person entwickelt, mit der sie es selbst aushalten kann: »ich kann auch nicht schlafen wenn ich weiß was alles passiert ist bevor ich auf die welt gekommen bin ich frage mich dann immer liegt das alles in meinen genen ist das alles gespeichert bin ich deshalb so taub und schnell und lieblos«

In einer schmerzlichen Selbsterkundung sucht die Erzählerin vorsichtig nach einem Weg, um ihr Leben sinnvoll weiterzuführen. Im Gespräch mit sich selbst, mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter tastet sie nach Möglichkeiten, ihrem Leben endlich eine einigermaßen stabile Richtung zu geben, die ihrem Denken und ihren Gefühlen zumindest nicht dauernd widerspricht. Nachdem sie zwischenzeitlich schon fast aufgegeben hatte, scheint sie doch noch die ersten Schritte in eine glücklichere Existenz zu schaffen.

hungrig ist im Open House Verlag erschienen.